Berufswahl-SIEGEL MV
Auszeichnung für vorbildliche Berufs- und Studienorientierung
Das Berufswahl-SIEGEL MV steht für Schulen mit vorbildlicher Berufs- und Studienorientierung. Es ist eine Auszeichnung für Schulen, die ihre Schülerinnen und Schüler praxisnah auf die Arbeits- und Berufswelt vorbereiten und sie befähigen, eine fundierte Berufswahlentscheidung zu treffen. Die Bewerbung ist auch eine Selbstevaluation und hilft den Schulen bei der strukturellen Aufarbeitung des Berufsorientierungsprozesses.
Das Berufswahl-SIEGEL MV unterstützt strukturiertes und zielorientiertes Handeln in der BO-Arbeit von Schulen und ist folglich als ein langfristig angelegter Prozess zur Qualitätssicherung zu verstehen. Das Team des Berufswahlsiegel MV stellt kompetente Partner an die Seite, die Schulen individuell unterstützen. Die Evaluation der Berufsorientierungsmaßnahmen weist den Weg zu einer bedarfsgerechten Vorbereitung der Jugendlichen auf die immer komplexer werdende Arbeits- und Berufswelt. Das Siegel steht für: Qualität, Kontinuität und Transparenz in der schulischen Berufs- und Studienorientierung.
Am 24.09.2024 erhielten wir zum dritten Mal in Folge das Berufswahl-SIEGEL MV, das bis 2028 Gültigkeit besitzt.
Allgemeine Informationen zur beruflichen Orientierung
SchülerInnen aller Klassenstufen unserer Schule beteiligen sich auf unterschiedliche Weise an der Gestaltung der Schule und ihres Umfeldes. Persönliches Engagement und körperlicher Einsatz sind bei der Pflege des Schulhofes (Klasse vom Dienst – alle Jahrgangsstufen), der Reinigung des Wohngebietes (Frühjahrsputz der Klasse 6) oder der Denkmalpflege (Klasse 7) gefragt.
Die berufliche Orientierung spielt eine wesentliche Rolle im Schulalltag, verdrängt aber nicht den Fachunterricht mit seinen verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten. Die Fachschaften aller Fächer sind dazu angehalten die Fachpläne auf Alltags- und Berufswelt-Bezug zu überprüfen und diesen einzuarbeiten. Ab der Jahrgangsstufe 7 wird bei uns verbindlich mit dem Berufswahlpass gearbeitet.
Neben den Klassenleitern aller Jahrgangsstufen und den AWT-Lehrern unterstützt Frau Keller als Schulsozialarbeiterin die Schüler bei der Wahl der Praktikumsbetriebe und bei dem Zusammenstellen und Gestalten der Bewerbungsunterlagen. Sämtliche Projekte und Exkursionen zur Ausprägung und Vertiefung der beruflichen Bildung geschehen in enger Abstimmung mit der Schulleitung.
Von Klasse 5 bis 10 nutzen unsere Schüler den Girls‚ Day bzw. Boys‘ Day zum Gewinnen erster Erfahrungen im Arbeitsalltag. Durch die Anmeldung über die Schulsozialarbeiterin wird sichergestellt, dass genderdifferenzierte Arbeitsplätze besucht werden. Eine Kooperation besteht zwischen unserer Schule und der Agentur für Arbeit in Schwerin. Herr Scharffenberg als unser Berufsberater sowie Herr Pauls und Frau Mahi als unsere Berufseinstiegsbegleiter halten regelmäßig Sprechstunden in unserer Schule ab, in denen SchülerInnen ab Klasse 8 beraten werden.
Stufenmodell der beruflichen Orientierung
Einstimmen
Erkunden
Entscheiden
Erreichen
Berufliche Orientierung in den einzelnen Jahrgangsstufen
Schon in der Grundschule (Klassenstufe 1-4) wird auf kindgerechte Weise die berufliche Bildung in den Unterricht einbezogen. Die Kolleginnen gestalten Lernsituationen, die von den Erfahrungen und Erlebnissen der Kinder mit der Arbeits- und Berufswelt in ihrem Wohn-, Schul- und Freizeitbereich sowie deren Interessen ausgehen. Es werden verschiedene Lernorte genutzt, um schulisches mit außerschulischem Lernen zu verbinden, wie zum Beispiel Bauernhof (Landfrauen) und der Besuch beim Lottihof, der Bäckerei oder Feuerwehr. Es werden in unterschiedlichster Herangehensweise Berufsbilder erstellt, Eltern schildern von ihrem Arbeitsalltag und Traumberufe werden skizziert. Das Stärken der eigenen Fähigkeiten ist elementarer Bestandteil des Schulalltags unseres Grundschulteils.
Ab Jahrgangsstufe 5 nutzen unsere SchülerInnen den Girls bzw. Boys Day zum Gewinnen erster Erfahrungen im Arbeitsalltag. Durch die Anmeldung über die Schulsozialarbeiterin wird sichergestellt, dass genderdifferenzierte Praktika absolviert werden. Die SchülerInnen der Doppeljahrgangsstufe 5/6 besuchen den Werk- und Informatikunterricht wöchentlich. In Werken werden Holz und Metall bearbeitet, ein Einstieg zum technischen Zeichnen gegeben sowie Stromkreise aufgebaut. Die sich dabei ergebenden Anknüpfungspunkte zur Berufsorientierung werden genutzt, um Berufe wie TischlerIn, MetallbauerIn, technischeR ZeichnerIn und ElektrikerIn vorzustellen.
In Informatik werden die Grundlagen im Umgang mit Office-Anwendungen erlernt. Einfaches Programmieren mithilfe von spielerischen Anwendungen schult das Verwenden kreativer und kooperativer Lösungsansätze bei Problemen. In einzelnen Fächern, wie zum Beispiel Geschichte, Geografie oder Biologie wird bei passenden Themengebieten auf Fragen der Berufswahl eingegangen.
Bereits in der ersten Schulwoche der 7. Klasse erleben unsere Lernenden ihren ersten Mission Ich-Tag. Der Berufswahlpass wird als Portfolio eingeführt, um die Dokumentation von Bewerbungsschreiben, Praktikumsnachweisen oder Einschätzungen durch Betriebe über die nächsten drei bis vier Jahre zu sammeln und festzuhalten. Alle Übungen aus Mission Ich und weiteren Programmen dienen als Messinstrument, werden in Elterngesprächen reflektiert und bei Recherchen zu Berufsfeldern herangezogen. Auch fächerspezifische bzw. fächerübergreifende Themen werden im Berufswahlpass abgeheftet. Die KlassenleiterInnen und AWT-LehrerInnen unterstützen die FachlehrerInnen und die SchülerInnen bei der Verwendung des Berufswahlpasses.
In Klasse 7 finden insgesamt drei Mission Ich-Tage statt, die von den KlassenleiterInnen, AWT-LehrerInnen und ausgewählten FachlehrerInnen begleitet werden. Neben dieser Form der Potentialanalyse durchlaufen die Kinder im Rahmen des Ganztagsangebotes verpflichtend ein Schulhalbjahr mit zwei Unterrichtsstunden die Jungen- und Mädchenwerkstatt. Mit Unterstützung des Projektes BOx erhalten die SchülerInnen gendersensibilisiert Einblicke zu unterschiedlichen Lebens- und Berufsaspekten. Es fördert die genderreflektierte Berufsorientierung. So erhalten Mädchen gezielte Einblicke in MINTBerufe, Informatik, Handwerk und Technik. Die Jungen informieren sich zu den Bereichen Soziales, Erziehung, Pflege, Dienstleistung und Design.
In diesem Projekt begrüßen wir seit 2020 jährlich den Gastroburner auf unserem Schulgelände. Ergänzend zur Jungen- und Mädchenwerkstatt dient im zweiten Schulhalbjahr das HANSAProjekt der Ausprägung von Individual- und Sozialkompetenzen. Im Januar findet traditionell der Berufswahlparcours „Learn about skills“ in Wismar statt. Ende April nehmen die Kinder am Girls- und Boys Day im Rahmen der Jungen- und Mädchenwerkstatt an einer Gruppenexkursion verpflichtend teil.
Neu seit diesem Schuljahr ist die Einführung einer Unterrichtsstunde Berufsorientierung pro Woche. Diese ist unbenotet, dient der Weiterführung von Mission Ich-Aufgaben und Themen aus dem AWTFachcurriculum. Im zweiten Schulhalbjahr wird in diesem Fach der verpflichtende Girls- und Boys Day, sowie das Praktikum für Klasse 9 vorbereitet. An den Mission Ich-Tagen 4, 5 und 6 wird weiter in der Fähigkeiten- und Stärkenanalyse gearbeitet.
Ebenfalls neu in diesem Schuljahr ist die Zusammenarbeit mit der AWO Wismar in diesem Jahrgang. Der Workshop „Blick in die Zukunft“ wird in Kleingruppen im November und anschließendem März abgehalten und ermöglicht den SchülerInnen wahrhaftig einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen. Individualisierte Zertifikate beleuchten die Problemlöse-, Individual- sowie Sozialkompetenz unserer Jugendlichen.
In diesem Schuljahr ist in Klasse 8 der Girls- und Boys Day erstmals verpflichtend. Die SchülerInnen suchen sich mit Unterstützung von Familie und Bekannten einen Praktikumsplatz für einen Tag. Die Tätigkeiten, Besonderheiten und Vorkommnisse dieses Tages werden im BO-Unterricht anschließend präsentiert und evaluiert. Danach findet in diesem Fach die gezielte Praktikumssuche für die Klasse statt. Schwerpunkte zu Lebenslauf, Bewerbung, Berufsfeldern, Auftreten im Betrieb etc. werden hier diskutiert.
Sprechstunde zur
beruflichen Orientierung
Finde deinen Weg – wir begleiten dich dabei!
Die Wahl des richtigen Berufs oder Bildungswegs ist eine wichtige Entscheidung – und manchmal gar nicht so einfach. In unserer Sprechstunde zur beruflichen Orientierung erhältst du allein oder auch gemeinsam mit deinen Eltern individuelle Beratung und Unterstützung.
Die zuständige Berufsberaterin der Agentur für Arbeit ist jeden 2. und 4. Dienstag im Monat bei uns in der Schule vor Ort. Gemeinsam könnt ihr Fragen besprechen, Möglichkeiten entdecken und die nächsten Schritte planen – ganz in Ruhe und auf deine persönliche Situation abgestimmt.
Anne Gade




















