1. Vorwort
Um allen Kindern die gleichen Bildungschancen eröffnen zu können, wird ein „Mehr“ an pädagogisch gestalteter Lernzeit benötigt. Die gebundene Ganztagsschule bietet uns als Schule die Möglichkeit, den Tag unserer Schülerinnen und Schüler zu rhythmisieren und zu entschleunigen. Das damit verbundene aktive Schulleben schafft Identifikationsmöglichkeiten für alle Schulmitglieder. Es fördert soziale Begegnungen und das soziale Miteinander.
Neben dem regulären Unterricht lernen unsere Schülerinnen und Schüler in vielfältigen Ganztagsangeboten und Projekten, in der Berufsorientierung, in Lernzeiten und verschiedenen Fördermöglichkeiten. In den Ganztagsbetrieb sind alle Klassen der Klassenstufen 5 bis 10 einbezogen.
Unser Anliegen ist es, den Schülerinnen und Schülern die folgenden Kernkompetenzen (Rychen 2005) nahe zu bringen:
- selbstständig handeln können;
- Werkzeuge konstruktiv und reflexiv nutzen können;
- in heterogenen Gruppen erfolgreich miteinander umgehen bzw. gemeinsam handeln können.
Es ist uns für uns eine Selbstverständlichkeit, auch im Ganztag Migrationsförderung und Integration auf unterschiedlichen Gebieten zu ermöglichen.
Seit dem Schuljahr 2006/2007 werden bei uns Kinder sowohl in den Diagnoseförderklassen als auch mit den unterschiedlichsten Förderbedarfen –
insbesondere in den Bereichen Sprache, Lernen und emotional-soziale Entwicklung – beschult. Dazu arbeiten an unserer Schule Lehrkräfte mit entsprechender Qualifizierung, die im Förderbereich tätig sind. Die Kinder mit Förderbedarfen lernen integrativ in den Klassen und erhalten zusätzliche Förderungen in Kleingruppen.
Der Ganztagsbetrieb nimmt Rücksicht auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Elternhäuser, da zusätzlich zum Unterricht in vielen Bereichen individuelle Anregungen und Herausforderungen für Kinder mit besonderer Begabung und/oder besonderen Schwierigkeiten bereitgestellt werden können. In Situationen, in denen Familienbande nicht immer verlässlich sind oder sein können, übernimmt die gebundene Ganztagsschule damit zentrale Aufgaben für die Kinder und Jugendlichen.

2. Formen des Lernens
Unsere Schülerinnen und Schüler lernen, sich durch die
- bewusste Aneignung von Wissen,
- lebendige Erfahrung sowie
- partizipatorische Mitgestaltung
sowohl den Sinn als auch die Funktionsweise und Gestaltungsspielräume demokratischer Regeln, demokratischer Tugenden und demokratischer Kooperationen zu erschließen. Eine herausragende Rolle spielen dabei soziale Kompetenzen als notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingungen demokratischer Lebensformen auf der Ebene individueller Dispositionen, Bereitschaften, Fertigkeiten und Überzeugungen. Ohne soziale Kompetenzen keine Kooperation, keine Verantwortungsübernahme, keine Partizipation und ohne eine dieser Qualifikationen der Individuen keine Demokratie.
Leitkompetenz: Erfolgreich selbstständig handeln können
Erfolgreich selbstständig handeln zu können setzt Gelegenheitsstrukturen für selbstständiges Handeln in Schule und Unterricht voraus; dazu gehören:
die Übertragung von Verantwortung;
- Gelegenheit zu eigenständiger Planung von Aufgaben und Projekten;
- die Erprobung von Führungsaufgaben, Initiativrechte und die Anerkennung für selbstständig erbrachte Leistungen, dabei auch die Duldung von (begründetem) Widerspruch und das Gehen eigener Wege.
Die Förderung der Selbstwirksamkeit, d.h. eine optimistisch getönte Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit, die unerlässlich ist für eine positive Motivation zu schulischer Leistung, hängt ab von der positiven Bewertung individueller Initiative und der Anerkennung für individuelle Anstrengungsbereitschaft und nicht nur für eine tatsächlich erbrachte Leistung.
3. Organisation (Zeitmodell/Rhythmisierung)
4. Personal
In den Ganztagsschulablauf ist das Kollegium involviert. Unsere Schulsozialarbeiterinnen bieten bei Bedarf ein Sozialtraining an und bilden Streitschlichterinnen und Streitschlichter aus. Die Musikschule und viele weitere Vereine sowie externes Personal ergänzen das schulische Freizeitangebot. Darüber hinaus arbeiten geschulte Kolleginnen und Kollegen integrativ bzw. in zusätzlichen Angeboten in den verschiedenen Förderbereichen (LRS / LimB).
5. Kooperationen
Da wir in einer gebundenen Form der Ganztagsschule arbeiten, haben wir zusätzlich zum schulischen Angebot Kooperationsverträge mit Partnern aus dem außerschulischen Bereich abgeschlossen.
- TSG Gadebusch – Fußball
- Freiwillige Feuerwehr (Gadebusch, Drieberg, Dechow, Veelböken) – Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses
- THW NWM – Grundlagen der THW- Ausbildung
- Freiraum e.V. Gadebusch – Verschiedene Kursangebote
- Musikschule Pegasus – Erlernen verschiedener Instrumente
- Musikschule Fröhlich – Erlernen verschiedener Instrumente
- Judoverein Gadebusch – Erlernen des Kampfsportes
6. Elternmitarbeit
Die Elternmitarbeit wird in der Schulkonferenz, im Elternrat, in den Elternvertretungen der Klassen und im Schulförderverein praktiziert. Zweimal im Jahr führen wir einen Elternsprechabend durch. Durch den Schulförderverein werden Elternseminare organisiert.
Elternmitarbeit kann nur aufgebaut werden, wenn es eine Schule wirklich will, wenn es im Schulprogramm verankert ist und die notwendigen begleitenden Strukturen dazu entwickelt und eingerichtet werden. Folgende Fragen müssen wir uns in diesem Zusammenhang stellen:
- Wie können Eltern für eine ehrenamtliche Mitarbeit gewonnen und dann in die bereits vorhandenen Strukturen integriert werden?
- Wie ist es möglich, eine konsequente Begleitung, Beratung und Betreuung der mitarbeitenden Eltern im schulischen Alltag zu sichern?
- Wie kann eine Kultur der Anerkennung dieser ehrenamtlichen Mitarbeit durch die Schule aussehen?
Elternarbeit kann nur erfolgreich und für Schulen sowie Eltern eine wichtige Bereicherung sein, wenn sowohl die Frage der Struktur, der Begleitung als auch der Anerkennung ausreichend berücksichtigt werden.
7. Räume und Flächen
(Schulhaus, Mensa, Außenanlagen)
Unsere Schule ist mit modernen Fachräumen ausgestattet und wir arbeiten nach dem Klassenraumprinzip. Unsere Mensa wurde 2011 neu gebaut. Dort können die Schülerinnen und Schüler in der Mittagspause ihr Mittagessen einnehmen. Sie haben auch die Möglichkeit, sich im Bistro mit einem Imbiss zu versorgen. Der Schulhof ist großzügig gestaltet. Tischtennisplatten und der Fußballplatz hinter der Turnhalle können während der Pausen genutzt werden. Der Sandspielplatz verfügt über ein Spielgerät, das in Zusammenarbeit mit dem Schulförderverein angeschafft werden konnte.
8. Schulverpflegung
Das Mittagessen wird in unserer Mensa eingenommen. Das Essen wird durch einen externen Anbieter geliefert (Menüfactory – Gadebusch). Wir beteiligen uns am Projekt „Gesunde Schule“. Deshalb muss sich der Anbieter an gewisse Vorgaben für die Mittagsversorgung der Kinder halten. Die Pausenversorgung wird vom Essensversorger im schuleigenen Bistro gewährleistet. Die Schülerinnen und Schüler haben Zugang zu einem Wasserspender.
9. Schulische Freizeitangebote
Die schulischen Freizeitangebote finden donnerstags in der 7. und 8. Stunde statt.
- Cajon – Musik
- Kleine Küchenhelfer – Kochen
- Yoga – Sport / Entspannung
- Kniggekurs – Verhaltensregeln
- ¡Habla ya! – Spanische Sprache und Kultur
- Spaß am Lernen – Lerntechniken spielerisch erlernen
- Leseclub – Lesen von escapeStories
- Kunstkurs – Gestaltung
10. Lernzeiten
Die Lernzeitstunden sind in den Schulalltag integriert. Mindestens eine der Stunden sollte von der Klassenlehrkraft beaufsichtigt werden. Die Lernzeit wird im Klassenverband und im Klassenraum absolviert. Dies ermöglicht eine differenzierte Aufgabenstellung, die auch in Gruppen bearbeitet werden kann. Bei freier Verfügbarkeit ist auch die Nutzung des PC-Kabinetts möglich (nach vorheriger Anmeldung bei der stellvertretenden Schulleitung).
Die inhaltliche Gestaltung der Lernzeitstunden gestaltet sich wie folgt:
- alle Klassenlehrkräfte achten darauf, dass Aufgaben zur Verfügung stehen (Eintrag ins Klassenbuch)
- es ist darauf zu achten, dass die Kinder ein differenziertes Leistungsvermögen haben (es ist nicht sinnvoll, alle Kinder mit dem gleichen Umfang zu versorgen)
- es werden keine schriftlichen Hausaufgaben aufgegeben – mündliche Aufgaben werden zu Hause erledigt
- treten Probleme bei der Aufgabenerledigung auf, wird ein Kind damit beauftragt, die verantwortliche Fachlehrkraft zu informieren

